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Die Energiezukunft kritisch mitgestalten! (Energiewende)

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Die Energiezukunft kritisch mitgestalten!

Man muss selbstverständlich diese Benützung der vorhandenen Wasserkräfte als einen wesentlichen Faktor in der Hebung unserer Volkswohlfahrt nur lebhaft begrüßen, darf aber doch wohl daneben den Wunsch hegen, dass schließlich nicht jeder Gebirgssee oder Wasserfall für diese Zwecke ausgenützt werde und dadurch diese Zierden der Landschaft gänzlich verschwinden oder doch wesentlich an ihrer Schönheit einbüßen.“ [Adolf Ritter von Guttenberg (1839-1917)]

Die Worte des Pioniers für Forstwirtschaft und Naturschutz sowie hochrangigem Funktionär im Alpenverein haben über die Zeit nicht an Bedeutung verloren. Der Alpenverein begrüßt grundsätzlich alle Bemühungen zum nachhaltigeren Umgang mit natürlichen Ressourcen und in diesem Sinne die Bestrebungen eine zukunftsfähige und naturverträgliche Energiewende herbeizuführen. Diese beginnt jedoch nicht mit einem schrankenlosen Ausbau erneuerbarer Energieträger, sondern mit einem klaren Bekenntnis, dass Energieeffizienz und der bewusste Umgang mit den bereits vorhandenen Energieressourcen an erster Stelle zu stehen haben. 

Diese und weitere Naturschutz-Agenden des Alpenvereins sind im Grundsatzprogramm "Natur-, Landschafts- und Umweltschutz, nachhaltige Entwicklung und umweltverträglicher Bergsport" anlässlich der Jahreshauptversammlung 2013 in Dornbirn beschlossen worden.

Energiewende und Klimaschutz

Als Energiewende wird die komplette Umstrukturierung der Energieversorgung - Wärme, Kälte, Transport und Strom – von fossilen bis hin zu erneuerbaren sowie klimaneutralen Energieträgern verstanden. Der Hintergrund liegt im Verbrennungsprozess fossiler Energieträger wie Öl, Kohle und Gas wodurch Kohlendioxid (CO2) und weitere Treibhausgase in die Atmosphäre emittiert werden. Treibhausgase haben durch ihre unterschiedlichen Strahlungseigenschaften sowie durch ihre Lebensdauer  wiederum einen variablen erwärmenden Einfluss (Strahlungsantrieb) auf das globale Klimasystem.

Politischer Auftrag

In Österreich wurde mit der Erarbeitung einer nationalen Energie- und Klimastrategie begonnen, deren erstes Ergebnis das Grünbuch zur Energie- und Klimastrategie (eine Diskussionsgrundlage) ist. Derzeit laufen die Arbeiten an einer integrierten Energie- und Klimastrategie mit konkreten Umsetzungsprogrammen. Die Strategien verfolgen eine erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen bis 2030 und stellen darüber hinaus Perspektiven für die längerfristige Entwicklung bis 2050 dar.

 

Spätestens seit der Ratifizierung des Klimavertrags von Paris (2015), der die Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau vorsieht, gibt es auch den politischen Auftrag zum sofortigen Handeln – und dabei ist jeder Einzelne von uns gefragt!

Frage nicht was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst!“ (John F. Kennedy (1917-1963))

Jeder Einzelne kann seinen, ganz persönlichen Beitrag zu Klimaschutz leisten: Wäsche, Wärme, Mobilität, Ernährung -es gibt zahlreiche Möglichkeiten Energie zu sparen und so die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Zwar mag der eigene Klimaschutzbeitrag gering erscheinen im Vergleich zu den globalen Hauptemittenten, wenn man über den individuellen „Tellerrand“ hinausblickt kann man erkennen, wie effektiv die einfachsten Maßnahmen sein können, wenn sie von mehreren Millionen Menschen durchgeführt werden!

Der Alpenverein hat neben der moralisch-ethischen Verpflichtung sich aktiv für den Klimaschutz einzusetzen, zusätzlich den gesellschaftspoltischen Auftrag als anerkannte Umweltorganisation.

Gestalten wir unser Sektionsprogramm mit einer Vielzahl an Öffi-Tourangeboten und bilden wann immer es möglich ist Fahrgemeinschaften für die Anreise zum Bergerlebnis. Bindet lokale Alpenvereinssektionen bei entfernteren Reisezielen ein, um euch Infos für die Anreise und Tourenplanung einzuholen.

Beteiligen wir uns an gemeinsamen Projekten wie "So schmecken die Berge" und versuchen wir unseren Hüttenbetrieb so nachhaltig wie möglich zu gestalten, um den Anforderungen des Umweltgütesiegels des Alpenvereins zu entsprechen.

Eine weitere Handlungsoption besteht darin, Veranstaltungen (zB.: Jahreshauptversammlung, Wettkämpfe, etc.) als „Green Event“ umsetzen. Voraussetzung dafür sind gute Erreichbarkeit des Veranstaltungsortes, die Verpflegung soll regionale und saisonale Produkte enthalten und wenn möglich fleischlos sein, Verwendung von Mehrweg- statt Einweggeschirr und vor allem die Information im Vorfeld über die Austragung als „Green Event“ an die Teilnehmer.

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Best-Practice-Beispiele aus dem Alpenverein

Der Alpenraum ist vom Klimawandel in besonderer Weise betroffen. Die Alpenvereine treten deshalb gegenüber Politik und Wirtschaft aber auch in den Sport- und Naturschutzorganisationen mit Nachdruck für eine Minderung der Treibhausgasemissionen und für weitsichtige Anpassungsstrategien ein.

Die Alpenvereine befürworten die Abkehr von der Atomenergie und der schadstoffreichen Verbrennung fossiler Brennstoffe. Jedoch darf die Energiewende nicht mit einem unbegrenzten  Natur- und Landschaftsverbrauch für die Gewinnung von Wasser-, Wind-, Sonnen- oder Bioenergie sowie für die Energiespeicherung und für zusätzliche Hochspannungsfreileitungen bezahlt werden.

An erster Stelle müssen umfassende Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Effizienzsteigerung beim Material- und Energieeinsatz ergriffen, sowie dezentrale Energieversorgungssysteme gefördert werden. Erzeugungs- und Nachfrageschwankungen müssen vorrangig durch ein intelligentes Lastmanagement bei Erzeugern und Verbrauchern ausgeglichen werden. Die Alpenvereine werden die für den  eigenen Wirkungskreis sinnvollen Maßnahmen unterstützen und bekannt machen.

Raumbedeutende Maßnahmen der Energiewende müssen vorrangig auf vorbelastete Räume konzentriert werden. Eine vorhandene Vorbelastung darf allerdings nicht automatisch die Errichtung von Anlagen legitimieren. Eine differenzierte Beurteilung ist in jedem Fall nötig.

In der Abwägung zwischen den Raumansprüchen der Energiewende und dem nachhaltigen Schutz der biologischen Vielfalt, der unverfügten Landschaften, den intakten Landschaftsbildern und der Ausweichräume sehen sich die Alpenvereine primär dem Schutz des Alpenraums verpflichtet.

-Auszug aus dem Grundsatzprogramm „Natur-,Landschafts- und Umweltschutz, nachhaltige Entwicklung und umweltverträglicher Bergsport“ von ÖAV, DAV und AVS-

Weiterführende Informationen:

-) Positionspapier des UWD für eine naturverträgliche Energiewende

Die Wasserkraftnutzung befindet sich im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessensgruppen und Zielsetzungen. Mitunter stehen sich Ziele der Energie- und Klimapolitik denen der Vorgaben aus Natur- und Gewässerschutz gegenüber.

Wichtige Richtlinien und Rahmenbedingen sowie konkrete Problemstellungen aus Sicht des Alpenvereins werden hier vorgestellt.

Die Windkraftnutzung befindet sich im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessensgruppen und Zielsetzungen. Mitunter stehen sich Ziele der Energie- und Klimapolitik denen der Vorgaben aus Natur-, Vogel- und Landschaftsschutz gegenüber.

Wichtige Richtlinien und Rahmenbedingen sowie konkrete Problemstellungen aus Sicht des Alpenvereins werden hier vorgestellt.

Rückfragen und Anregungen an:
Österreichischer Alpenverein
Olympiastraße 37 
A-6020 Innsbruck
Josef Pichler
E-Mail: josef.pichler@alpenverein.at